Kirchenbote: Der Kirchenrat stellt Antrag auf neue Trägerschaft und Finanzierung
(medientipp) Die Landeskirche soll gemäss einem Antrag des Kirchenrates die privatrechtliche Trägerschaft des „Kirchenboten“ ablösen.
Der „Kirchenbote“, das reformierte Blatt der Zürcher Landeskirche, erreicht nicht alle Kirchenmitglieder: 13 von 179 Kirchengemeinden abonnieren ihn nicht für den Weitervertrieb. Damit werden 34 000 aller Kirchenmitglieder in Zürich nicht mit dem reformierten Informationsblatt versorgt. Dem soll nun Abhilfe geschafft werden: Der Kirchenrat hat für die Synode am 19. März den Antrag gestellt, dass die Synode die Exekutive beauftragen soll, mit den Kirchenpflegen und dem Pfarrverein über neue Lösungen zu verhandeln. Dabei wird nicht nur die Frage der Finanzierung aufgeworfen, sondern auch die Frage der Trägerschaft. Laut Antrag soll der „Kirchenbote“ nicht mehr von den Kirchengemeinden abonniert, sondern mit Steuergeldern aus der Zentralkasse finanziert werden. Die jährlichen Kosten würden sich auf 5 Millionen Franken belaufen. Gleichzeitig möchte der Kirchenrat die Verantwortung für die Herausgabe des „Kirchenboten“ der Landeskirche übertragen, die auch den Chefredaktor und weitere Redaktionsmitglieder bestimmen würde. Bisheriger privatrechtlicher Träger des „Kirchenboten“ ist der Pfarrverein des Kantons Zürich. Am 20. März soll dieser beschliessen, ob er auf die Verhandlungen mit dem Kirchenrat einlenken will. Dabei wird insbesondere die Frage nach der journalistischen Unabhängigkeit des „Kirchenboten“ zu diskutieren sein.
