Katholische Welt. Von Rosenkränzen, Fraisenketten und Gebetsketten
Im Museum von St. Oswald im Bayerischen Wald hängt in einer Vitrine ein eigenartiges Objekt: eine Kette aus Tierknochen, Vogelkrallen und Perlen. Ein magischer Gegenstand: eine Fraisenkette, mit der bis ins 20. Jahrhundert hinein Krankheiten geheilt werden sollten. In vielen Religionen haben Gebetsschnüre eine lange Tradition. In der Kultur- und Religionsgeschichte sind Gebetsschnüre noch viel weiter verbreitet, von der muslimischen Misbaha bis hin zur buddhistischen und hinduistischen Mala. Gleichmässiges und ruhiges Sprechen und Atmen bringt den Betenden in den Zustand der Andacht, der Meditation und Entspannung. Mit dem Rosenkranzgebet hat sich auch im Christentum eine solche Form entwickelt. Besonders populär wurde es nach der Schlacht von Lepanto 1571, als die osmanische Flotte besiegt werden konnte, nachdem in ganz Europa gemeinschaftlich der Rosenkranz gebetet worden war – der Rosenkranzmonat Oktober hat in dieser Seeschlacht seinen Ursprung
