Katholische Welt. Der älteste Gesang des Abendlandes

Seit Jahrzehnten erfreut sich der Gregorianische Choral grosser Beliebtheit. Dieser «der römischen Liturgie eigene Gesang» schwebte den Vätern des Zweiten Vatikanums für die Erneuerung der Liturgie vor. Allerdings taucht er inzwischen immer häufiger dort auf, wo man ihn am wenigsten vermuten würde: als Chill-out-Musik in Techno-Diskotheken, in Behandlungsräumen der physikalischen Therapie oder in der Esoterikszene. Zisterzienser aus dem Wienerwald stürmten mit ihren gesungenen Gebeten die Charts und wurden wie Popstars gefeiert. Im Gegenzug verkleiden sich weltliche Sänger als Mönche und bringen in mystisch angehauchter Atmosphäre gregorianisch intonierte Popmusik auf die Bühne. Was verbirgt sich hinter diesem schon lang anhaltenden Trend? Metaphysische Sehnsucht? Worin liegt das (Erfolgs-)Geheimnis dieser sakralen Musik?