Katholische Welt. Dantes Läuterungsberg
Nicht zufällig lässt Dante sein «Purgatorio» (Läuterungsberg, Fegefeuer) – mittlerer Teil seiner «Divina Commedia», nach der «Hölle» und vor dem «Paradies» – am Ostermorgen 1300 beginnen. Er will erklären, was Erlösung, Auferstehung bedeutet, wenn sie nicht einseitig auf Jesus bezogen wird und wie sie geschieht: nämlich wie ein Mensch, vor oder nach seinem Tod, zu einer Heilung seines Lebens kommt und den Sinn von allem findet. Der Dichter wagt, vom Jenseits, vom Leben nach dem Tod zu reden, das er mit dem Begleiter Vergil erfährt. Er beschreibt einen grossen Weg, eine Besteigung des Läuterungsbergs in sieben Umkreisungen, mit Mühe, «Seelenarbeit» des Höherkommens, auch mit ungeahnten Hilfen, und wie sich dabei die Heilung von Fehlhaltungen vollzieht, mit einem Wort, wie die Sehnsucht nach dem endgültigen Leben, der tiefe Wandlungs-Prozess sich allmählich durchsetzt
