Katholische Welt. Schauplatz Lampedusa
In die Kirche von Don Carmelo La Magra kommen an manchen Sonntagen Christen und Muslime, denn der junge sizilianische Priester ist oft Anlaufstelle für Bootsflüchtlinge, die auf Lampedusa angekommen sind. Lampedusa, gerade zwanzig Quadratkilometer gross, liegt geographisch näher an Afrika als an Europa. Von der östlichen Küste Tunesiens aus sind es gerade 138 Kilometer. In den letzten beiden Jahren lebten teilweise über tausend Migranten im Aufnahmezentrum im Innern der Insel. Der Ort selbst hat sechstausend Einwohner, im Sommer kommen bis zu 50’000 Touristen. Obwohl Innenminister Salvini die Schliessung aller Häfen verkündete, kommen immer noch fast täglich Flüchtlingsboote im Hafen an. Durch die Abschottungspolitik der italienischen Regierung sind die Zahlen der Migranten aber deutlich zurückgegangen. Im Meer kann man keine Mauern errichten, sagen die Menschen auf Lampedusa. Sie helfen weiterhin. Don Camelo La Magra bestattet viele Ertrunkene, deren Namen er nicht kennt
