Katholische Welt. Kaspar, Melchior und Balthasar

Überreich verziert steht der Dreikönigenschrein im Kölner Dom. Hier sollen sie liegen, die sterblichen Überreste der Magier, der Weisen aus dem Morgenland, die der Stern zum Stall von Bethlehem geführt hatte. Wie die Hirten gehören sie unverzichtbar zu jeder Weihnachtskrippe – und in jede Vertonung der Weihnachtsgeschichte. Die Bibel berichtet nur sehr wenig über die fremdländischen Besucher. Erst im 3. Jahrhundert einigen sich die Kirchenväter, dass es wohl drei gewesen sein könnten. Und diese Zahl inspiriert ihre Darstellung in der bildenden Kunst und in der Musik. In der Volksfrömmigkeit geht man im 19. Jahrhundert kritisch mit den Königen um – Goethes launisches Gedicht über die drei inspirierte nicht nur Hugo Wolf zu einer Vertonung: Die Heil’gen Drei König‘ mit ihrem Stern, Sie essen, sie trinken, und bezahlen nicht gern; Hat Goethe den drei mit diesem Gedicht Unrecht getan? Das geht weder aus der Bibel noch aus den Vertonungen rund um die drei klar hervor. Aber vielleicht lässt es sich ja im Kölner Dom recherchieren