Katholische Welt. Sterben in der Justizvollzugsanstalt

Unsere Gesellschaft wird älter und damit auch Straftäter, die ins Gefängnis kommen. Dass in Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel gerade die erste bayerische Justizvollzugsanstalt mit einer eigenen Seniorenabteilung entsteht, ist nur ein weiterer Hinweis auf den demographischen Wandel, der auch bewirkt, dass wahrscheinlich immer mehr Menschen im Gefängnis auf das Lebensende zugehen. Doch in den Anstalten spricht man nicht gerne über den Tod. Das Thema Sterben werde im Gefängnis noch mehr verdrängt als draussen, sagt Hans Pöschl, der katholische Gefängnisseelsorger der JVA Straubing, wo viele Insassen eine lebenslängliche Haftstrafe absitzen. Hier versucht man, wenn es geht, schwerkranken Menschen einen Tod in Freiheit, ausserhalb der Gefängnismauern, zu ermöglichen. Markus Kaiser hat die Straubinger Justizanstalt besucht, mit Insassen und dem Personal über das Thema Tod gesprochen und denkt darüber nach, worauf es ankommt, damit ein menschenwürdiges Sterben im Strafvollzug möglich ist