Jeux d’enfants
«Die Wette gilt!» Sophie und Julien wetteifern im Wetten seit ihrer Kindheit. Wer eine schier unlösbare Aufgabe erfüllt, gewinnt. Einsatz ist immer dieselbe alte Musikdose, die so über Jahre zwischen den beiden hin- und herwechselt. Was als ausgelassene Streiche zweier Kinder beginnt, wird zur Sucht. Auch als sie erwachsen sind, gibt es keine Begegnung zwischen ihnen, ohne dass sie oder er einen neuen Wettvorschlag bringt. Und weil es den beiden dadurch unmöglich ist, sich zu sagen, dass sie sich lieben, werden die Wetten immer absurder, aber auch immer destruktiver.
Dass der Film keine harmlose romantische Komödie ist, wird schon in den ersten rasanten Minuten klar: Juliens Mutter ist todkrank, der kleine Bub wird zum Halbwaisen. Dieser Junge erzählt nun die Geschichte. Durch seine Augen sehen wir eine bunte, knallige Welt, in der das Lachen von Sophie bald das Wichtigste sein wird, auch wenn es schmerzt. Auf der Leinwand wechseln sich kindliche Phantasmagorien und Szenen einer todlangweiligen Erwachsenenwelt ab. Schnelle Dialoge und spielerische Hauptdarsteller tragen diese absurde Geschichte über den Wunsch, stets Kind bleiben zu wollen, und die Sehnsucht, endlich sein Leben (und seine Liebe) selbst in die Hand zu nehmen. Bei einem solchen Widerspruch, erstaunt es wenig, dass es zwei mögliche Enden gibt.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«Jeux d’enfants», Frankreich 2003, Regie: Yann Samuell, Besetzung: Marion Cothillard, Guillaume Canet, Verleih: Xenix Filmdistribution, Internet: http://www.xenixfilm.ch
