Jesus’ Son

Zauberhaft, wie die Neuseeländerin Alison Maclean in ihrem zweiten Spielfilm Stile und Genres mischt. Aus den Episoden von Denis Johnson, die Anfang der Neunzigerjahre unter dem Titel «Jesus’ Son» erschienen sind, entsteht ein grimmiges und gleichzeitig berührendes Bild von Drogenabhängigkeit, schwarzem Humor und biblischem Heilungswunder. Die Geschichte von «Fuck Head», der sich vom orientierungslosen Drogenjunkie zum verletzlichen jungen Mann entwickelt, wird behutsam erzählt. Billy Crudup verkörpert diese Figur, die endlich ihr Verliererimage loswerden will, mit einer Naivität und Verletzlichkeit, die tief berührt. In den Nebenrollen tauchen wahre Trouvaillen auf: Denis Hopper in der Rolle des verstörten und traumatisierten Ehemannes Bill, der von seinen Angetrauten mehrmals lebensgefährlich verletzt wurde; oder Holly Hunter als hinkende Mira, die ihre Männer durchwegs in schweren Unfällen verloren hat und nun dem jungen Billy zeigt, was die Gnade der sinnlichen Berührung bedeutet. Hier geschieht eine Wandlung vom Zustand der Verwirrung und des Leidens zur Genesung – eine Art von Heilungswunder, das durch seine assoziative Leichtigkeit besticht.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Jesus’ Son», USA 1999, Regie: Alison Maclean, Besetzung: Billy Crudup, Samantha Morton, Holly Hunter, Dennis Hopper. Xenix Filmdistribution, Zürich.