Jeanne Moreau – Die Selbstbestimmte
«Sobald irgendwo eine «Nouvelle Vague» auftaucht, klingelt es an meiner Tür, und mein Typ wird verlangt», pflegte Jeanne Moreau zu sagen. In der Tat kann man ihr Verhältnis zum Kino nicht treffender beschreiben. In der Blütezeit der Nouvelle Vague – ab Ende der 50er und in den 60er Jahren – wurde Jeanne Moreau zur Muse so bedeutender Regisseure wie Louis Malle, Michelangelo Antonioni, François Truffaut, Jacques Demy, Orson Welles und Luis Buñuel. Sie alle verstanden es, ihr unverwechselbares Spiel auf der Leinwand zur Geltung zu bringen. Jeanne Moreau war bereits vor der Neuen Frauenbewegung eine freie Frau, die sich als Schauspielerin in einer normativen Gesellschaft über Tabus hinwegsetzte und sich auch privat nicht von Konventionen einengen liess. Für sie gab es keine festen Grenzen zwischen Leben und Bühne; entscheidend für beides waren Begegnungen. Um ihre Laufbahn zu verstehen, muss man die bedeutendsten der mehr als 100 Filme, in denen sie mitwirkte, Revue passieren lassen
