Japón
Der Titel weckt falsche Erwartungen. Der Film von Carlos Reygadas spielt in Mexiko und hat mit Japan nichts zu tun. Aber das ist nicht das einzige Irritierende an diesem preisgekrönten lateinamerikanischen Film, der mit einer langen Autofahrt in der Abendsonne beginnt. Ein müde wirkender Mann mit einem markanten Gesicht, das kein Alter verrät, verlässt die Stadt, um in einer einsamen Gegend zu sterben. Als Kind sei er hierher gekommen, um zu spielen. Und jetzt kehre er zurück, um sich umzubringen, sagt er. In der Abgeschiedenheit einer grandiosen Canyonlandschaft meditiert er zwischen Traum und Wirklichkeit. Allmählich wird ihm aber bewusst, wie die Nähe zu einer alten, alleinstehenden Mestizin, bei welcher er Unterkunft gefunden hat, allmählich zu einem Wiedererwachen seiner verdorrten Lebenskräfte und sexuellen Bedürfnisse führt.
Hans Hodel, Filmbeauftragter reformierte Medien
«Japón», Mexiko/Spanien 2002, Regie: Carlos Reygadas, Besetzung: Alejandro Ferretis, Magdalena Flores, Verleih: LOOK NOW!, Staffelstrasse 10, 8045 Zürich, Telefon: ++41 (0)1 201 24 40, Fax: ++41 (0)1 201 24 42, Mail: looknow@kino.ch, Internet: http://www.looknow.ch
Filmstart: 10. April 2003
Der Film wurde unter anderen mit folgenden Preisen ausgezeichnet:
Preis der Ökumenische Jury und bester Film, Bratislava 2002
Bester Lateinamerikanischer Film des Jahres 2002 am Festival Rio
Bester Erstlingsfilm am Festival Havanna 2002
