In a Better World

Anton ist überzeugter Pazifist und arbeitet periodisch als Arzt in einem afrikanischen Flüchtlingscamp. Ausserhalb des Kinos würde er wohl als Gutmensch verspottet. Auf der Leinwand freilich ist er der sensible Held des oscargekrönten Dramas von Susanne Bier. Die dänische Erfolgsregisseurin hat ein weiteres Mal das Zusammenspiel von politischem Engagement, Gewalt und Beziehungsdramen durchleuchtet.

Auch wenn in der dänischen Provinz kein Krieg herrscht, ist es keine bessere Welt, in der Antons Sohn Elias aufwächst. An der Schule wird er gemobbt, bis ihn der verschlossene, aber gewaltbereite Christian verteidigt. Als Anton bei einem Heimatbesuch vor den Augen der Jungs geohrfeigt wird und sich nicht wehrt, wird die Freundschaft der beiden zu einer fatalen Rache- und Schicksalsgemeinschaft. Währenddessen gerät Anton im fernen Afrika an seine moralischen Grenzen.

Wie oft kann man die andere Wange hin halten, wie geht man mit Rachegelüsten um? Und kann Rache für Recht sorgen? Das fulminante Drama, das im Original das Wort «Rache» im Titel führt, bespielt grosse Themen auf einer globalen Bühne. Ein amerikanisches Remake wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, mit Sicherheit wird aber auch hier das Original der bessere Film bleiben. Neben dem äusserst präsenten schwedischen Star Mikael Persbrandt brillieren vor allem die Darsteller der beiden zwölfjährigen Knaben in ihren vielschichtigen Rollen.

Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch

«In a better World» («Haevne»), Dänemark 2010, Regie: Susanne Bier, Besetzung: Mikael Persbrandt, Markus Rygaard, William Jønk Nielsen, Trine Dyrholm; Verleih: Frenetic Films, http://www.frenetic.ch, Filmwebite: http://www.sonyclassics.com/inabetterworld

Kinostart: 31. März 2011

«In a Better World» ist unser Film des Monats April und als pdf abrufbar.
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