Home Sweet Home – 40 Jahre Frauenhausbewegung
Das bis Mitte der 1970er-Jahre geltende Familienrecht in Österreich stammte von 1811: Der Mann war das Oberhaupt der Familie und behielt das Sorgerecht für die Kinder auch nach einer Scheidung. Die Frau hatte meist kein eigenes Einkommen und konnte sich eine Trennung schlicht nicht leisten. Vergewaltigung in der Ehe war nicht strafbar, was innerhalb der eigenen vier Wände passierte, galt als Privatangelegenheit. Es gab keine Statistiken zum Thema Gewalt, keine Forschung, keine Publikationen. In diesem gesellschaftlichen Klima wurde 1978 in Wien das erste Frauenhaus eröffnet. Journalistin Susanne Riegler trifft die Protagonistinnen der ersten Stunde. Laut Statistik ist jede fünfte Frau in Österreich von Gewalt durch ihren Partner oder Ehemann betroffen. In den Interviews wird die gesellschaftspolitische Dimension der Frauenhausbewegung greifbar. Für die betroffenen Frauen beginnt in dem Moment, in dem sie Zuflucht und Schutz in einem Frauenhaus suchen, oft ein komplett neues Leben – ein Leben, das mithilfe der Frauenhausmitarbeiterinnen auf ein neues Fundament gestellt wird
