Heaven

«Wie hoch kann man fliegen?» fragt ein Junge ins Dunkel, noch vor dem Vorspann. Tom Tykwer setzt mit «Heaven» gleich zum Höhenflug an und schwebt in der Eröffnungssequenz durch eine Landschaft, in der die Farben so reich sind und der Himmel so blau ist, dass einem schier die Augen übergehen wollen. Erst allmählich realisiert man, dass es sich um eine Hubschrauber- Simulation am Computer handelt. Dieser Anflug ist virtuell, und auch die weiterführende Handlung ist als Experiment konzipiert; wie bereits in den Filmen «Lola rennt» oder «Der Krieger und die Kaiserin». Die Liebesgeschichte zwischen der Attentäterin Philippa (Cate Blanchett) und dem jungen Polizisten Filippo (Giovanni Ribisi) geht von einer Schuldverstrickung aus: Eine Bombe tötet unschuldige Opfer, und die Täterin erweist sich als verzweifelte Gerechte. Auf der Flucht aus der Untersuchungshaft in Turin in die rot-braune Landschaft der Toscana erkennen sich Philippa und Filippo als Seelenverwandte und werden immer mehr zu unschuldigen Kindern. Das Drehbuch von Krzysztof Kieslowski interessiert sich für Schuld, Bekenntnis und Reue. Es verfolgt die existentielle Befindlichkeit der Figuren, ihre Flucht aus der Welt in eine himmlische Sphäre. Tykwer hat für diese Stimmung und Bewegung grandiose Bilder gefunden.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Heaven», F/D/USA 2001, Regie: Tom Tykwer, Besetzung: Cate Blanchett, Giovanni Ribisi, Verleih: Filmcooperative Zürich, Heinrichstr. 114, 8005 Zürich, Telefon: +41 (0)1 448 44 22, Fax: +41 (0)1 448 44 28, Internet: http://www.filmcoopi.ch, http://www.heaven-derfilm.de/_index.html, Kinostart: 6. Juni

Offizieller Wettbewerbsbeitrag Filmfestspiele Berlin 2002; nominiert beim Deutschen Filmpreis 2002 als «Bester Film»; Remo Girone nominiert als «Bester Nebendarsteller» beim Deutschen Filmpreis 2002 für seine Rolle in «Heaven».