Halleluja! Der Herr ist verrückt
Der Dokumentarfilm «Halleluja! Der Herr ist verrückt» des Berner Filmemachers Alfredo Knuchel porträtiert sechs Waldaupatienten, die ihren Weg zwischen psychischer Krankheit und Überlebenswillen mit kreativen Mitteln gehen. Peter Guyer und Norbert Wiedmer haben mit der Kamera sorgfältige und einfühlsame Bilder gefunden, um sich diesen Menschen anzunähern. Ihre Werke stehen in enger Verbindung zum Schaffen von Künstlern wie Adolf Wölfli, dem Urvater der Art-Brut, sowie zu den Autoren Friedrich Glauser und Robert Walser, die alle in der Irrenanstalt Waldau bei Bern einen Teil ihres Lebens verbracht haben. Der Pychiater Walter Morgenthaler hat Anfang des 20. Jahrhunderts aus Werken Wölflis und anderer Waldaupatienten seine berühmte Kunstsammlung begonnen, die heute über 3´000 Werke umfasst und im Psychiatriemuseum Waldau aufbewahrt wird.
Der Film gibt Einblick in den kreativen Schatz der Waldau und folgt dabei dem Schlosser Heinz Feldmann auf seinen Kontrollgängen und Führungen. Ihm ist es zu verdanken, dass die Sammlung Morgenthalers gerettet wurde. Zudem zeigt der Film den Malermeister Otto Frick, der sich um künstlerisch ambitionierte Patienten kümmert und sie bei Ihrer therapeutischen Arbeit unterstützt. Knuchel geht von den vorgefundenen Atmosphären und Personen aus, lässt sie sprechen und respektiert dabei ihre Sicht der Dinge. Neben Schmerz und existenzieller Not ist dabei auch eine gute Portion Ironie und bewegtes Leben zu spüren.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Halleluja! Der Herr ist verrückt», Schweiz 2004, Regie: Alfredo Knuchel, Kamera: Peter Guyer, Norbert Wiedmer, Verleih: Frenetic Films, Internet: http://www.frenetic.ch
