Gott im Film finden
Am dritten The Iñigo Film Festival haben vom 16. bis 19. August junge Filmschaffende aus aller Welt ihre Sicht der Präsenz und Abwesenheit Gottes dargestellt. «Smolarze», ein meisterhafter Dokumentarfilm, erhielt den ersten Preis.
Seit Köln 2005 ist das von den Jesuiten getragene The Iñigo Film Festival (TIFF) nicht mehr vom Weltjugendtag wegzudenken. Die nunmehr dritte Auflage des Filmfestivals (nach Köln und Sydney) fokussierte sich auf das Thema «City of God». Dabei haben sich junge Filmemacher mit ihrer spirituellen Erfahrung auseinandergesetzt und vielfältige und ausserordentliche Kurzfilme produziert. Von über 100 Filmen hat die Jury 18 ausgewählt, die in Madrid gezeigt wurden.
Der «The Iñigo Award» geht an «Smolarze» (zu deutsch «Köhler») von Piotr Zlotorowicz. Der Film zeigt den Alltag von Marek und Janina als Köhler in den Bergen von Bieszczady in Polen. Weit weg von der Zivilisation, passen sie ihren Lebensrhythmus der Natur an – eine visuelle Hymne auf die Schönheit der Welt inmitten eines enorm harten Alltags. Der Film ist ein Meisterwerk des dokumentarischen Filmschaffens, bei dem der Filmemacher grosses Vertrauen in seine Protagonisten und die Kraft der Bilder hat.
«5 Minutes Each» von Vojin Vasovic ist der Gewinner des zweiten Preises. Der serbische Animationsfilm erzählt die metaphorische Geschichte über den konstanten Kampf eines jeden Künstlers um diese fünf Minuten Rampenlicht. Eine Erzählung über den Aufstieg und Fall, wie auch die stetige Wiederholung dieses aufreibenden Prozesses. Mittels der kreativen und aufwendigen Form des Animationsfilms zeigt der Autor die Sehnsucht der modernen Welt nach Ruhm und Ehre.
Anhand der Figur Eamonn, der durch die irische Landschaft wandert und dabei über das Leben und die Kirche reflektiert, wird auf sehr poetische Weise die Geschichte des «katholischen Bewusstseins» Irlands dargestellt. «The Song of Wandering Eamonn» des irischen Filmemachers Connor Heffernan hat den dritten Preis erhalten. Der Publikumspreis geht an den irischen Film «The Moment» von Paddy Slattery. Mit ergreifenden und packenden Bildern zeigt der Filmemacher die letzten Minuten des Lebens eines sterbenden Mannes – eine feinfühlige und gefühlvolle Annäherung an eines der grossen Tabus unserer Gesellschaft: den Tod.
Der «The Fidel Goetz Emerging Film Maker Award» ist der Preis für talentierte Künstler, die nicht Zugang zu einem professionellen Equipment haben. Dieses Jahr geht der Preis an «Regrets»von Shalini Tharmlingam aus Sri Lanka.
Das Filmfestival durfte dieses Jahr zum ersten Mal eine Weltpremiere feiern: Der Film «I want to fly» aus Sri Lanka von Indrajith Mahawaduge konnte bis jetzt nicht in seiner Heimat gezeigt werden, beleuchtet er doch die Geschichte eines homosexuellen Strichjungen, dem es wegen der sozialen Ächtung nicht möglich ist, mit der Person zusammenzuleben, die er liebt.
Adrian Marbacher SJ
adrian.marbacher@kath.ch
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Preise und DVDs Am The Iñigo Film Festival ist der erste Preis mit 2500 Euro dotiert, für den zweiten und dritten Preis erhalten die Gewinner 1500 respektive 1000 Euro. Die besten Filme des ersten und zweiten TIFF sind auf DVD erhältlich. |
