Glauben. Hauptsache stylish – vom Symbolgehalt der Geschenkverpackung

Knisterndes Geschenkpapier mit glitzernden Sternlein und Tannenbaummuster: das Prinzip Verpackung! Das verhüllt, um Enthüllung zu provozieren. Das verbirgt, um die (Neu-)Gier anzuheizen. Das verzaubert, um dem Inhalt einen Mehrwert zu verleihen. Wie etwa die Kirche als Verpackung der Religiosität. Wo die kultische Funktion der Riten durch eine Amtseinrichtung übernommen wurde, die den subjektiven Glauben in den Rahmen stellt. Ambivalent wie Geschenkpapier: einerseits bedeutet Verpackung eine ästhetische Aufwertung. Andererseits ist sie zur Ikone der Verschwendung geworden, an der sich die Apostel ökologisch gebotenen Verzichts die Zähne ausbeissen. Wie kläglich kärglich nämlich sähe ein Geschenk ohne Verhüllung aus. Jeder Überraschung beraubt. Ähnliche Fragen stellen sich bei der Verpackung des Glaubens: Ist die Glaubensgrundlage zu dünn, die Glaubenspraxis zu dürr ohne das kirchliche Soziotop?