Geschehen, neu gesehen. «Wahre Geschichte»

Am 16. Oktober 1978 wurde Johannes Paul II. als erster Nichtitaliener nach über 400 Jahren zum Papst gewählt – eine Revolution. Der neue Pontifex verfolgte zwei Ziele: die Bedeutung der Kirche in der Gesellschaft wiederherzustellen und den kommunistischen Atheismus zu bekämpfen. Auf seiner Lateinamerikareise verurteilte er die marxistisch inspirierte Befreiungstheologie, kanzelte die Priester dieser Bewegung ab und stärkte ihre konservativeren Kollegen. 1979 holte er in seinem Heimatland Polen zum zweiten Schlag aus, als er dazu aufrief, keine Angst vor dem Sowjetregime zu haben. Die Botschaft verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Moskau musste die Gründung der ersten freien Gewerkschaft Solidarność akzeptieren. Mit kaum verhohlener Unterstützung der USA stärkte der Papst den Widerstand gegen die polnische Diktatur bis zu deren Sturz. Doch während er in Europa die Verteidigung der Menschenrechte propagierte, stellte er sich in Lateinamerika auf die Seite antikommunistischer Diktaturen. Auch bei der Lebensführung seiner Anhänger war Johannes Paul II. konservativ: Er verurteilte die Pille und Kondome