Freiburg wartet mit intensiver Kinowoche auf (14.-21. März 2009)

Das 23. Internationale Filmfestival in Freiburg verspricht mit 80 Spiel- und Dokumentarfilmen aus rund 30 Ländern eine intensive Kinowoche: Das indische und lateinamerikanische Kino kommt genauso zum Zug wie Nigeria mit „Made in Nollywood“.

Bereits am Samstagmittag beginnen dieses Jahr die Vorführungen. Abends um 19.30 Uhr wird dann im Kino Rex zur offiziellen Eröffnung der Film „Leonera“ von Pablo Rapero gezeigt. Der in Freiburg wohnhafte Ständeratspräsident Alain Berset wird das Festival eröffnen. Im offiziellen Wettbewerb stehen 12 Spielfilme und zwei Dokumentarfilme. Sie stammen aus Ländern Lateinamerikas, Asiens, Nordafrikas und des Nahen Ostens. Die von jungen Talenten und einigen Grössen der Filmwelt inszenierten Werke werden von einer internationalen Jury bewertet. Diese Juroren vergeben zum ersten Mal auch den neu gestifteten Preis „Talent Tape“.

Erneut wird eine Ökumenische Jury einen Preis aussprechen. Der mit 5´000 Franken dotierte Preis wird von vier Juroren aus Frankreich und der Schweiz vergeben. Brot für alle (Pain pour le prochain) und Fastenopfer (Action de Carême) stehen hinter diesem neu gestifteten Preis. In der Jury sitzt unter anderen Charles Ridoré, der ehemalige Direktor von Action de Carême Lausanne und einstige Präsident des Filmfestivals, sowie die Theologin Martina Schmidt, die Westschweizer Sekretärin von Pain pour le prochain.

Neben dem Wettbewerbsprogramm vermittelt das Filmfestival mit „Out of Bollywood“ die neusten Trends des indischen Kinos. In der Reihe „Fábulas da Favela“ beleuchten zwölf Filme von 1950 bis 2008 ein sozial bedrängendes Phänomen Brasiliens – mit „Favela“ werden die besonders in Randlagen der grossen Städte liegenden Armenviertel bezeichnet. Eine „Hommage an Francisco Lombardi“, erlaubt einen kritischen Blick auf Peru – der Heimat des Regisseurs Lombardi. Weiter weckt „Made in Nollywood“ die Neugier auf Nigeria und sein wirtschaftliches Zentrum Lagos. Ein in den USA in den 1970ern entstandenes Filmgenre „Rape and Revenge Movies“, in denen Frauen äusserst gewalttätig auf männliche Erniedrigungen reagieren, widmet sich dem Thema der „Rache der Frauen“. Schliesslich begibt sich „Noir Total“ aus Asien auf die Spur der Figur des Mafiapaten, wie sie in den 1970ern von Francis Ford Coppola entworfen wurde. Weitere Höhepunkte des Festivals sind die Kurzfilme, das Programm für Kinder und Jugendliche, die Sondervorführungen sowie Konferenzen und Debatten. Ein buntes Kaleidoskop also, wie es im Festivalplakat symbolisch dargestellt ist.

Hans Hodel, Präsident INTERFILM

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