Francesco und der Papst

Mit dem Blick eines elfjährigen Jungen nähert sich Ciro Cappellari dem Papst. Es ist ein anspruchsvolles Unterfangen, handelt es sich bei Benedikt XVI. um eine hochgradig mediatisierte Figur, eine Art von Superstar. Unter diesen Voraussetzungen die menschliche Seite des Papstes zu zeigen, ist gewagt. Deshalb entscheiden sich die Produzenten für ein Drehbuch, das aus einer scheinbar naiven Erzählperspektive an die Sache herangeht.

Francesco singt im Sixtinischen Chor und bereitet sich auf ein Solo vor, das er für den Papst singen wird. Mit einem Voice-Over-Kommentar wird die Erlebniswelt des Jungen erzählt: beim Singen im Petersdom, in der Schule, zu Hause mit seiner Mutter und seinen Brüdern. Interessant ist die Verbindung des Alltags in der Einelternfamilie in Rom mit der inszenierten Religiosität im Vatikan. Hier treffen zwei Welten aufeinander, die sich gegenseitig beleuchten: Tradition und Moderne, alt und jung. Und Francesco ist die Figur, die diesen Übergang ermöglicht. Es gibt keine Vatikankritik und auch keinen Neorealismus. Es handelt sich um einen Familienfilm, der den Zugang zum aktuellen Papst möglichst verständlich und alltagsnah darstellen will. Der Film steht im Kontext eines angekündigten Papstbesuches in Deutschland.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst

«Francesco und der Papst» («Francesco e il Papa»), Deutschland 2011, Regie: Ciro Cappellari, Besetzung: Papst Benedikt XVI., Francesco Giuffra, Maestro Giuseppe Liberto; Verleih: Pathé Films AG, http://www.pathefilms.ch, Filmwebsite: http://www.papst-film.de

Kinostart: 21. April 2011


«Francesco und der Papst» aus der Sicht eines Kirchenmusikers

Der reformierte Kirchenmusiker Ulrich Meldau aus Zürich hat für kath.ch den neuen Kinofilm angeschaut. Im Interview sagt er, was die besondere Leistung des Filmes ist.