Filme zum Gedenktag für die Opfer des Holocaust

(medientipp) Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. An diesem Datum wird jährlich in aller Welt der Opfern des Holocaust gedacht. Am diesjährigen, 71. Gedenktag, widmen die Sender 3sat und Arte ihr Programm der Erinnerung.

Die kleine Eva überlebte die Shoa in einem polnischen Kloster. Dort versteckte eine mutige Ordensfrau das jüdische Mädchen vor den Nazis. Im Dokumentarfilm «Überleben im Versteck» (3sat, 11:30 Uhr) erzählt Eva von ihrer Kindheit im Verborgenen.
[bild56270|25872lw160h90c-]Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wie Eva stehen im Zentrum des Interviewfilms «Shoa», den Claude Lanzmann 1985 fertigstellte. Der Film des französischen Intellektuellen gilt als Meilenstein der Erinnerung an den Holocaust. In der Dokumentation «Claude Lanzmann – Stimme der Shoa» (Arte, 21:55 Uhr) erinnert sich der Sohn osteuropäischer Juden an die Dreharbeiten und die Gespräche mit den Überlebenden der Konzentrationslager.

[bild56303|25872rw160h90c-]Von der Zerrissenheit einer Nazi-Tochter, die am Ende des Zweiten Weltkriegs von den Verbrechen der Nationalsozialisten erfährt, handelt der Spielfilm «Lore» (Arte, 20:15 Uhr), der 2012 beim Filmfestival in Locarno mit dem Publikumspreis ausgezeichnet wurde. Die juristische Aufarbeitung der Naziverbrechen wird in der  Geschichtsdokumentation «Auschwitz vor Gericht» (3sat, 21:00 Uhr) rekonstruiert. Im Zentrum des Films steht der jüdische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der die Deutschen in den 1960er-Jahren zur Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nazis zwang. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass  ranghohe SS-Männer für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen wurden.
[bild56299|25872lw160h90c-]Doch unzählige Täter, Mitwisser und Mitläufer kamen ungestraft davon. So wurden die Verfahren gegen die Eigentümer und Ingenieure der Firma Topf & Söhne, die mit der Produktion von Krematoriumsöfen den industrialisierten Massenmord ermöglicht haben, eingestellt. Der Dokumentarfilm «Topf & Söhne, Erfurt» (3sat, 23:55 Uhr) beleuchtet die Verstrickung des Unternehmens in die Nazi-Verbrechen und zeigt, wie das Firmengelände zum Erinnerungsort wurde. Wie wichtig solche Erinnerungsorte sind, illustriert der Dokumentarfilm «Ich fahre nach Auschwitz» (3sat, 20:15 Uhr). Er begleitet junge Deutsche beim Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und fragt, wie sie mit der Schuld ihrer Vorfahren und der Erinnerung an den Holocaust umgehen.


Einige der genannten Sendungen sind nach der Ausstrahlung in den Mediatheken von 3sat und Arte noch eine Woche als Replay verfügbar. Links zu den Mediatheken sowie Details zu den Filmen sind hinter den blau markierten Titeln verlinkt.