Fernsehgottesdienste von hohem gesellschaftlichen Wert
(medientipp) Das Schweizer Fernsehens hat eine bevölkerungsrepräsentative, telefonische Befragung zur Nutzung von Fernsehgottesdiensten in Auftrag gegeben. Befragt wurden 500 Frauen und Männer im Alter von 45 Jahren und älter in der deutschsprachigen Schweiz. Vielfalt ist erwünscht, Events hingegen werden abgelehnt. Die Gottesdienste sollen «normal», aber schön und feierlich sein.
In einer Zusatzbefragung von Personen aller Altersstufen wurde den Gottesdienstübertragungen ein hoher Wert attestiert. Bei den Jungen und Konfessionslosen bestätigten das erstaunliche 25 Prozent, wie das Schweizer Fernsehen in einer Medienmitteilung schreibt. Ein Viertel der Gottesdienstnutzer gibt an, dass die Konfession für sie keine Rolle spielt. Die eigene Konfession wird jedoch favorisiert. Der Livecharakter eines Fernsehgottesdienstes ist für die Mehrheit der Befragten wichtig oder sehr wichtig. Fernsehgottesdienste werden vor allem von einem kleinen, älteren, sehr konstanten Publikum geschaut. Bei den über 66-Jährigen sind es 16 Prozent.
Gottesdienste am Fernsehen sind für ein Drittel der Nutzerinnen und Nutzer eine Alternative zu Gottesdiensten «draussen», da sie diese nicht besuchen können. Eine der mehrfach eingegangenen Begründungen überrascht: Man möchte konzentriert und ungestört von anderen Menschen mitfeiern können, in Ruhe. Bei der Predigt wird als wichtigstes Kriterium die inhaltliche Verständlichkeit genannt. Aber auch der Bezug zur Gegenwart und die Nachhaltigkeit («gibt mir etwas für den Alltag» / «gibt Halt») sind wichtige Bestandteile. Humor wird durchaus geschätzt.
Musik ist für mehr als 80 Prozent wichtig oder sehr wichtig. Klassik und Gospel sind dabei die favorisierten Musikstile. Die Untertitelung von Liedtexten ist sehr wichtig, insbesondere für das Fernsehpublikum über 66 Jahre. Es ermöglicht das Mitsingen, das von der Hälfte der Zuschauerinnen und Zuschauer als wichtig erachtet wird.
Das Fernsehpublikum wünscht sich Vielfalt, aber keine zusätzlichen Elemente wie Tanz und Theater. Rund 50 Prozent der Befragten wünschen sich Gottesdienste, wie sie überall am Sonntagmorgen in den Kirchen gefeiert werden, «normal», aber schön und feierlich. Familiengottesdienste würden von knapp der Hälfte der Befragten sehr begrüsst, gefolgt von Alp- oder Waldgottesdiensten. Gottesdienste als Event werden hingegen eher abgelehnt.
