Evangelische Perspektiven. Stigmata
Der Kreuzweg Jesu bis zu seinem Tod am Kreuz ist voll von Stigmata – von Zeichen der Diskriminierung und Verachtung: Das Verhöhnen des «Königs der Juden» mit der Dornenkrone – bis zur Kreuzigung und den damit verbundenen Wundmalen. Bis in die Neuzeit hinein kennt man die Stigmatisierung als Strafe. In Frankreich wurden Galeerensträflinge oder Deportierte mit der französischen Lilie lebenslang gebrandmarkt. In der deutschen Geschichte ist ein bekanntes Beispiel die eintätowierte Nummer der Häftlinge in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten, diesmal nicht als Strafe, sondern als Kennzeichnung für ausgesonderte Menschen. Eine Nummer, die die Überlebenden heute noch auf ihrem Unterarm tragen
