Evangelische Perspektiven. Männerarbeit in der evangelischen Kirche

Glauben Männer anders? Was denken sie von und über Gott? Andreas Ebert, evangelischer Theologe, löste in den 1980er Jahren durch seine Übersetzung der Bücher des Amerikaners Richard Rohrs einen Neuanfang in der christlichen Männerarbeit im deutschsprachigen Raum aus. Rohr, Franziskanermönch, erkannte eine «Vaterwunde» bei vielen Männern, das Gefühl, nie wirklich vom eigenen Vater gesehen und unterstützt worden zu sein. Und parallel dazu die Abwesenheit von tiefer innerer Gotteserfahrung durch eine Vernachlässigung der eigenen Seelennahrung. Gleichzeitig zu diesen neuen Ansätzen erstarkten die Frauen, forderten mehr Gleichberechtigung und diskutierten die bestehenden Geschlechterrollen.
Männer gehen Pilgern, auf Visionssuche oder entdecken die Meditation für sich. Der eigenen Spiritualität Raum zu geben – das bedeutet für alle Heilung und Sinnerfahrung. Gehen dabei Männer anders vor? Haben sie ganz andere Bedürfnisse als das, was in der meist von ehrenamtlichen Frauen getragenen Kirche angeboten wird?