Evangelische Perspektiven. Frankensteins Freunde
Mary Shelleys Roman über Dr. Frankenstein, der einen künstlichen Menschen erschafft, feiert seinen 200. Geburtstag und wirkt aktueller denn je: Heute will die Bewegung des Transhumanismus die Grenze zwischen künstlicher und natürlicher Intelligenz auflösen und den komplett Hightech-optimierten Menschen schaffen. Und die modernen Frankensteins haben zahlreiche historische und literarische Vorläufer: Prometheus aus der griechischen Mythologie, den Golem die tragische Figur der jüdischen Mystik, den Homunculus, dass Alchemisten wie der grosse Arzt Paracelsus von Hohenheim im Mittelalter zu kreieren hofften. Immer wieder setzen wir uns mit unserem Schöpferdrang scheinbar über die göttliche Ordnung hinweg. Die Frage nach der Hybris des Menschen entzündet sich stets an seinen Kreaturen, je menschenähnlicher diese geraten, desto dringlicher. In Literatur und Legende wird die Anmassung des Menschen zumeist bestraft, am Ende sucht das Geschöpf seinen Schöpfer heim. Greift die Fiktion auch hier der Wirklichkeit voraus?
