Evangelische Perspektiven. Erinnerungskultur
Am 1. September 2019 jährt sich der Beginn des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Die Kirchen unterstützten in der Mehrzahl Hitlers Kriegspläne. Christen, auch viele Pfarrer zogen damals willig in den Krieg – und verdrängten die jesuanische Botschaft des Gewaltverzichts. Erst nach Kriegsende erkannten viele, dass sie schuldig geworden waren. Medien, Politik und Kirchen erinnern in jedem Jahr neu an diesem geschichtsträchtigen Tag mit diversen Veranstaltungen. Doch wie erinnert man sich richtig? Vier Menschen geben unterschiedliche Antworten. Gute Predigten seien wichtig, meint Kathrin Oxen, Pfarrerin an der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Für eine «lebendige Erinnerungskultur», die über das ständige Wiederholen der Fakten hinausgeht, plädiert der Dresdner Historiker Justus H. Ulbricht. Der Hamburger Militärdekan Hartwig von Schubert wünscht sich, dass sich die Kirchen mit einer «realistischen Friedensethik» mehr in die gesellschaftliche Diskussion um Krieg und Frieden einmischen. Und Kirchengeschichtler Christoph Markschies erinnert an die besondere Aufgabe und Fähigkeit der Kirchen, über Schuld und Versöhnung zu sprechen
