Evangelische Perspektiven. Religionsfreiheit in Gefahr
Während der Corona-Krise wurden nicht nur in China, sondern auch in demokratischen Ländern viele Grundrechte radikal eingeschränkt, so auch das Recht auf freie Religionsausübung. Öffentliche Gottesdienste mussten aufgrund staatlicher Verordnungen wochenlang ausfallen. Seitens der Kirchen waren in Deutschland kaum Proteste zu hören, man verwies auf digitale Ersatz-Angebote und auf die Alternativlosigkeit der Massnahmen zum Infektionsschutz. Von der Antike über das Mittelalter bis in die Neuzeit haben Religionsvertreter unter Einsatz ihres Lebens dafür gekämpft, ihren Glauben unangefochten praktizieren und Gottesdienste unbehelligt feiern zu dürfen. Immer wieder war die Umsetzung der Religionsfreiheit bedroht – sei es durch Diktaturen oder extremistische Ideologien. Zu Beginn des 3. Jahrtausends gerieten religiöse Gebets- und Versammlungsstätten sogar zunehmend ins Visier terroristischer Attentäter. Vor diesem Hintergrund geht die Sendung der Frage nach: Hat man während der Corona-Krise ein kostbares Grundrecht allzu rasch preisgegeben? Und was bedeutet uns die freie Religionsausübung künftig noch?
