Essay. Léon Bloy oder die Katakomben der Belle Epoque

Mo 21.01.,
SWR2

Die Deutschen haben Friedrich Nietzsche, die Franzosen Léon Bloy: Keiner erhob jenseits des Rheins seine Stimme um die Jahrhundertwende so laut, grundsätzlich und genial wie dieser wütende, schnaubende, angriffslustige Katholik. Er forderte eine Literatur des strikten Gehorsams, die sich radikal in den Dienst der Sache Gottes zu stellen habe. Sein Leben bestand in einem einzigen Kreuzweg aus Armut, Verachtung und Krankheit. Und war damit ein scharfer Kontrapunkt zur glänzenden und parfümierten Bling-Bling-Epoche des Pariser Fin-de-Siècle