Essay. Ehre – vom Verschwinden eines Lebensgefühls

Im Alltag haben wir keine Scheu, das Wort Ehre in den Mund zu nehmen. Ehrmotivierte Taten wie Ehrenmorde deuten wir als Kennzeichen vormoderner Gesellschaften. Geht die Entwicklung der Zivilisation also zwangsläufig einher mit einer Geringschätzung der Ehre? Müssen wir, um uns modern und fortschrittlich zu fühlen, auf Ehre verzichten? Ist Ehre ein Gefühl, ein emotionaler Ausnahmezustand, eine Respektsbezeugung, eine Achtungsmassnahme oder eine Tugend?