Essay. Das Verschwinden des Mittelbaus

Dem akademischen Mittelbau geht es nicht gut. Zwischen befristeten Verträgen und der Lust auf kreative Forschung, zwischen Anbiederung an Förderinstitutionen und dem Glauben an kritisches Denken, zwischen unzumutbaren Honoraren und engagierter Lehre kämpft der heutige Nachwuchswissenschaftler um sein Überleben. Seit den Reformprozessen der Universitäten scheint aus den Sphären des freien Denkens und Forschens ein Ort der Bürokratie, Evaluation und Ökonomie geworden zu sein. Erstes Opfer: der Mittelbau, der sich Jahre lang selbst ausbeutet, dann um rare Professuren kämpft, ins Ausland wechselt oder der Uni ganz den Rücken kehrt.