Edward Bernays und die Wissenschaft der Meinungsmache
Wie kann man die Massen in demokratischen Systemen steuern? Diese Frage stellte sich ab dem Ende des 19. Jahrhunderts. 1917 wurde sie akut, als die USA für einen Kriegseintritt die Zustimmung der Öffentlichkeit brauchten. Eine Handvoll Theoretiker der Massenpsychologie arbeiteten an einer Methodik der Meinungsbeeinflussung, die in weniger als 50 Jahren zu einem der florierendsten Geschäftsfelder unserer Zeit wurde: Public Relations. Einer der führenden Theoretiker und Architekten der Meinungsmache war Edward Bernays, Neffe von Siegmund Freud. 2001 erwähnte ihn das «Life»-Magazin als eine der 100 einflussreichsten amerikanischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Getreu dem Erbe seines berühmten Onkels war Edward Bernays der Erste, der psychoanalytische Konzepte zur Meinungsbeeinflussung einsetzte, um kritisches Denken zu umgehen. Anstatt auf tatsächliche Bedürfnisse einzugehen, schürte er irrationale, unbewusste Wünsche
