Doppelpunkt. Der Landesstreik von 1918
Der Erste Weltkrieg war zu Ende, die Armee noch nicht zurück in der Kaserne. Die Schweizer Bevölkerung hatte stark unter der Kriegswirtschaft gelitten, in erster Linie die Arbeiterinnen und Arbeiter. Rund ein Sechstel der Bevölkerung galt als verarmt. Das Oltener Aktionskomitee (OAK), mit seinem Gründer und Präsidenten Robert Grimm, war der Motor hinter dem landesweiten Generalstreik. Das OAK forderte staatliche Nahrungsmittelversorgung, zudem die 48 Stunden Woche, das Proporzwahlsystem im Nationalrat, eine Neuorganisation der Armee sowie das Frauenstimmrecht. Der Bundesrat und die Armeespitze befürchteten einen bolschewistischen Umsturzversuch. Der Truppenaufmarsch in einigen Städten in der Schweiz war Ausdruck dieser Angst. Auf der anderen Seite – der Seite der Linken – wurde der Einsatz der Armee als reine Provokation verstanden
