Die Kommune

In den 70er-Jahren erbt der Dozent Erik eine beachtliche Villa in einem noblen Vorort Kopenhagens. Seine Frau Anna überredet ihn, dort mit Freunden eine Kommune zu gründen. Eine bunte Gemeinschaft entsteht und definiert in ihrer Hausversammlung Regeln, isst, trinkt, lacht und weint miteinander. Als Erik eine Affäre mit der Studentin Emma beginnt, glaubt Anna sogar, dass es auch für Emma einen Platz in der Kommune gibt, worauf diese prompt einzieht. Annas Alltag gerät nun aber zunehmend ins Wanken und stellt das Zusammenleben aller Bewohner auf die Probe.

Nach seinen bisherigen Erfolgen schürt Regisseur Thomas Vinterberg mit dem Film «Die Kommune» höchste Erwartungen, die er wiederum vollauf zu erfüllen vermag. Selber als Kind und Jugendlicher in einer Kommune aufgewachsen, inszenierte er zuerst ein Theaterstück, das auf seinen hellen und dunklen Erinnerungen dieser Zeit basiert. Heute schildert er das damalige Leben als extrem naiv und idealistisch – und doch voller Hoffnung auf die Zukunft. Es gelingt ihm nun, diese Stimmung auch im Film sowohl inhaltlich als auch ästhetisch bestechend einzufangen – wie immer hautnah, fesselnd und mit packenden Dialogen. Entscheidend trägt dazu die ausgezeichnete Besetzung bei – allen voran eine überragende Trine Dyrholm als Anna. Wenn Ideale und Realitäten aufeinanderprallen, sind alle herausgefordert, sich dem Alltag zu stellen und stets neu einen Weg zu finden.

Thomas Schüpbach, Pfarrer ref. Kirchgemeinde Zürich-Sihlfeld*

«Die Kommune» («Kollektivet»); Dänemark 2015; Regie: Thomas Vinterberg; Besetzung: Trine Dyrholm, Ulrich Thomsen, Martha Sofie Wallstrøm Hansen; Verleih: Praesens-Film AG, Internet: http://www.praesens.com

Kinostart: 21. April 2016


*Thomas Schüpbach ist Mitglied im reformierten Arbeitskreis Kirche und Film. In loser Folge schreiben Pfarrpersonen und kirchliche Mitarbeitende aus dem Arbeitskreis Filmtipps.