Die Böhms – Architektur einer Familie
Er hat Kirchen, Rathäuser und Theater gebaut: Gottfried Böhm gilt als einer der grossen Architekten Deutschlands des 20. Jahrhunderts. Bereits 1947 baute er die Kapelle «Maria in den Trümmern, St. Kolumba» und später auch «Christi Auferstehung, Melaten» in Köln, oder die eindrückliche Wahlfahrtskirche im deutschen Neviges. Der Dokumentarfilm zeigt aber mehr als das Porträt eines Architekten: Es handelt sich bei den Böhms um eine Dynastie über vier Generationen. Drei Söhne sind in die Fusstapfen des 95-Jährigen getreten. So verwirklicht zum Beispiel Paul Böhm eine Moschee in Köln, sein Bruder Peter Böhm das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst in München. Stephan Böhm zog es nach profanen Bauten für die Deutsche Bahn und die Deutsche Bank nach China.
Der Dokumentarfilm zeigt zu einem wichtigen Teil die ungewöhnliche Dynamik in dieser Architektenfamilie: sowohl die Konkurrenz unter den Brüdern als auch die gegenseitige Bereicherung, die sich bei den Böhms ergibt. Berührend sind die Bilder von der betagten Elisabeth Böhm, selbst Architektin und wichtigste Kritikerin ihres Ehemannes, die während der Filmaufnahmen stirbt. Gottfried verarbeitet den Tod seiner Frau mit kreativen Mitteln. Seine Schaffenskraft scheint ungebrochen. Es handelt sich um ein fein ziseliertes Familienporträt, das sowohl die grossen architektonischen Visionen als auch die kleinen Details des Alltags zeigt.
Charles Martig, Filmjournalist Katholisches Medienzentrum
charles.martig@kath.ch
«Die Böhms – Architektur einer Familie», Deutschland 2014, Regie: Maurizius Staerkle Drux; Dokumentarfilm; Verleih: Cineworx, Internet: http://www.cineworx.ch, Filmwebsite: http://www.dieboehms-film.ch
Kinostart: 12. Februar 2015
