Der Unschuldige

Ruth (Judith Hofmann) lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern im Teenager-Alter in einem komfortablen Haus am Rand einer gesichtslosen Ortschaft, irgendwo zwischen Stadt und Land. Sie ist Wissenschaftlerin und hat eine gut bezahlte Arbeit in einer medizinischen Forschungseinrichtung. Wie ihre ganze Familie gehört sie einer evangelikalen Freikirche an, deren feste Regeln ihr Halt und Struktur geben. Das Leben scheint gut und vollkommen geordnet. Etwas verändert sich, als Ruth beim Einkaufen einen Mann sieht, den sie vor langer Zeit sehr geliebt hat. Andreas (Thomas Schüpbach) war 20 Jahre im Gefängnis für einen Mord, den er nie gestanden hat, und er hat nach seiner Verurteilung jeden Kontakt zu Ruth abgebrochen. Nu geistert dieser Mann durch Ruths Leben wie ein Phantom aus der Vergangenheit. Wird Ruth ausbrechen? Simon Jaquemets Drama (CH 2018) dringt tief in die Psyche seiner Hauptdarstellerin ein und inszeniert ihr inneres Dilemma mit viel Intensität