Der Report der Magd (A Handmaid’s Tale)

Vorlage für die Serie liefert der gleichnamige Roman von Margret Atwood aus dem Jahr 1985. Es ist die Geschichte eines dystopischen Amerikas, die damals wie heute vielfältige politische Bezüge herstellen lässt.

Amerika liegt im Krieg, die Regierung wurde gestürzt. Die «Söhne Jakobs» haben die Macht ergriffen. Sie etablieren eine totalitäre, theokratische Herrschaft namens Gilead. In den Augen der selbst ernannten Propheten spiegelt die verseuchte Umwelt den desolaten Zustand der Gesellschaft. Die grassierende Unfruchtbarkeit deuten sie als gerechte Strafe Gottes. Die neue Gesellschaftsordnung ist streng hierarchisch und baut auf der Unterordnung der Frau und auf der Besitznahme ihres Körpers auf. Weder Bildung noch Eigentum steht ihr zu. Kind und Haushalt sind ihre Bestimmung. Den unfruchtbaren Ehefrauen der schmalen Elite von Gilead, sind fruchtbare Mägde zugeteilt. Diese werden aus den Gefangenenlagern rekrutiert und im «Zentrum Leah» umerzogen, auf dass sie die Kinder Gileads gebären sollen.

June, die Protagonistin, ist eine Magd und wird Offred (dt.: des Fred) genannt. June floh mit Mann und Tochter aus Gilead und wurde an der Grenze gefasst. Die Tochter verschleppt, den Mann erschossen, findet sie sich zuerst in Leah, später im Haus des Kommandanten Fred Waterford wieder und fühlt sich gottverlassen allein. «A Handmaid’s Tale» erzählt exemplarisch die Geschichte weiblichen Widerstandes, der sich heimlich und zögernd im Untergrund formiert, um sich dann seinen Weg zu bahnen.

Eva Meienberg, Religionswissenschaftlerin, Redaktorin Medientipp

«A Handmaid’s Tale», USA 2017-2019, Drehbuch: Bruce Miller; Besetzung: Elisabeth Moss, Joseph Fiennes, Alexis Bledel; Serienwebseite: https://www.hulu.com/series/the-handmaids-tale-565d8976-9d26-4e63-866c-40f8a137ce5f

Am 5. Juni startete die dritte Staffel der Serie. Staffel 1 und 2 sind auf diversen Streamingdiensten und als DVD verfügbar.