Delikatessen. Rafiki
«Rafiki» der Keniarin Wanuri Kahiu ist ein Film über eine tragische Liebesgeschichte, inspiriert von der Kurzgeschichte «Jambula Tree» der ugandischen Autorin Monica Arac de Nyeko. Gleichzeitig verströmt er Optimismus und Fröhlichkeit. Der Film entwirft ein vielschichtiges Bild, zusammengesetzt aus feministischen Kräften, lokalen Traditionen und einer Portion Pop. Die junge Filmemacherin Kahiu, als Stimme einer neuen Generation afrikanischer Filmemacherinnen gefeiert, zeigt ihr Heimatland Kenia in Bildern, die die gängige Vorstellung von Afrika als Krisenkontinent elegant umgehen. Die kenianischen Behörden zeigten sich wenig begeistert. Sie verboten die Aufführung von «Rafiki», dem ersten kenianischen Film, der ans Filmfestival Cannes eingeladen wurde. Kahiu konnte durchsetzen, dass ihr Film während einer Woche dennoch in einigen Kinos in Nairobi lief. Die Richterin, die für die kurzzeitige Aufhebung des Verbots verantwortlich war, liess sie wie folgt zitieren: «Ich bin überzeugt davon, dass Kenias Gesellschaft nicht zu schwach dafür ist, mit dem Thema Homosexualität umzugehen.»
