Das melancholische Mädchen
Das melancholische Mädchen (Marie Rathscheck) streift durch die Grossstadt. Sie sucht eine Übernachtungsmöglichkeit. Auf ihrer Suche begegnet sie jungen Müttern, die ihre Mutterschaft als religiöses Erweckungserlebnis feiern und kann bei einem abstinenten Existenzialisten, für den Sex «auch nur noch ein Markt» ist unterkommen. In der Drag Bar wartet sie das Ende des Kapitalismus ab. Ihr Versuch, ein Buch zu schreiben, scheitert am ersten Satz des zweiten Kapitels, und sie findet keinen Platz zwischen Kunstgalerien, Yoga-Studios und den Betten fremder Männer. Susanne Heinrichs Gesellschafts-Satire (DE 2019) zeigt uns charmant die Probleme der heutigen und der früheren Lebensführung auf – stets nach dem Motto: früher war auch nciht alles besser, aber einfacher?!
