Das Gewandhaus zu Leipzig
Schon in den 1950ern gibt das Gewandhausorchester internationale Gastspiele in Paris, London, München, Rom. Ab 1961 kommen Tourneen nach Übersee dazu. Der Leipziger Geigenvirtuose Karl Suske prägt als erster Konzertmeister fast 50 Jahre lang das Orchester. Auch seine Kinder sind dem Konzerthaus treu: Sohn Conrad Suske spielt Violine und ist erster stellvertretender Konzertmeister, Tochter Cornelia Smaczny spielt Solo-Harfe. Wenig bekannt ist bisher ein dunkles Kapitel der Orchester-Geschichte: die Stasi und das Gewandhausorchester. Es gab unter den Musikern nur wenige Parteimitglieder. Aber die DDR brauchte das Orchester – als Devisenlieferant. 1968, nach dem Prager Frühling, sollte das «ideologische Zurückbleiben» der Musiker bekämpft werden. Mehrere IMs wurden rekrutiert, auch im Orchester. Unter diversen Decknamen bespitzelten sie Kollegen, vor allem im Hinblick auf deren Zuverlässigkeit als Reisekader. Als Kurt Masur zum Gewandhaus-Kapellmeister berufen wurde, konnte er die DDR-Regierung in den 1970ern überzeugen, ein reines Konzerthaus für sich und sein Orchester zu bauen
