Das Geheimarchiv im Warschauer Getto

Es ist eine unglaubliche Geschichte des Holocaust: Der junge Historiker Emanuel Ringelblum (Piotr Glowacki) initiierte und leitete im Warschauer Getto ein Untergrundarchiv. Dort wurden Tagebücher und Fotos, NS-Verordnungen und jiddische Poesie gesammelt und vergraben, um der Nachwelt ein authentisches Zeugnis vom Leben im Getto und den Verbrechen der NS-Besatzer zu geben. Seit 1999 ist das Archiv Weltdokumentenerbe der UNESCO. «Wer schreibt unsere Geschichte? Wie können wir sicherstellen, dass unsere Erlebnisse, unsere Traditionen, unser Leid durch unsere eigenen Zeugnisse und nicht nur aus der menschenverachtenden Perspektive der Nazis überliefert werden?» Getrieben von diesen Fragen und Motiven haben Ringelblum und seine rund 60 Mitstreiter das Geheimarchiv im Getto betrieben und gefüllt. Zeitzeugenberichte und Kinderzeichnungen, Lebensmittelkarten und Plakate aus jüdischen Theatern, Zeugnisse des religiösen Lebens und die Benennung konkreter Verbrechen, sowohl von Deutschen als auch von Polen und Juden – das Archiv sollte ein möglichst breites und ungefiltertes Bild des Lebens im Getto widerspiegeln