Chrigu
Christian, genannt Chrigu, ist ein junger Mann mit grossen Plänen. Im Alter von 21 Jahren erkrankt er an Krebs. Damit ändert sich sein Leben grundlegend. Mit einer Kamera dokumentiert er den Prozess seines Sterbens. Als sich sein Zustand verschlechtert, setzt sein bester Freund Jan die Aufnahmen fort. Aber nicht der Tod ist das zentrale Thema, sondern das Leben und seine Vergänglichkeit. Der Film integriert frühe Videoaufnahmen des Protagonisten an Konzerten, Partys und Reiseerlebnisse in Indien. Die Montage bringt Gegenwart und Vergangenheit zusammen und reflektiert das extreme Auf und Ab der Gefühle während der Krankheit. «Chrigu» gewährt auch Einblicke in Christians Freundeskreis, die Mitglieder der Hip-Hop-Band Mundartisten, sowie in seine Familie. Die Eltern leben aus einer Philosophie der 1968er-Generation. Sie entscheiden sich für die Ausstreuung der Asche in einer Flusslandschaft, verbunden mit einem universal-religiösen Ritual. Durch diese Vielfalt der Bilder entwickelt sich der Dokumentarfilm zu einem Generationenporträt.
Jan Gassmann hat aus vielen Stunden sehr heterogenen Filmmaterials ein konzentriertes Bild entwickelt. Entstanden ist ein stimmiger, kraftvoller Film, der die Trauer und die Lebensfreude reflektiert. Die pulsierende Musik unterstreicht den Rhythmus von Freude und Schmerz, Lachen und Traurigkeit, Leben und Tod. Indem er die Unausweichlichkeit des Todes akzeptiert, betont „Chrigu“ den Wert des Lebens.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Chrigu», Schweiz 2006, Regie: Jan Gassmann, Christian Ziörjen; Verleih: Look Now!, Internet: http://www.looknow.ch, Filmwebsite: http://www.chrigufilm.com
Preis der Ökumenischen Jury, Berlin Forum 2007
Kinostart: 27. September 2007
„Chrigu“ ist Film des Monats September. Der Film des Monats kann als pdf geladen werden: medientipp.ch/pdf/filmtipp_200710.pdf
| „Chrigu“ mit Berner Filmpreis augezeichnet Die Berner Filmförderung / Musikkommission des Kantons Bern hat drei junge Berner Filmschaffende für überzeugende Filme ausgezeichnet. Zu den Preisträgern gehören Jan Gassmann und Christian Ziörjen, die Regisseure von „Chrigu“. Die Filmförderung begründet ihren Entscheid: „Das Filmporträt eines jungen Mannes voll Energie und Lebenslust wurde zu einer bewegenden und reifen Geschichte über Lebenshoffnung, eine tödliche Krankheit und über Freundschaft.“ |
