CD-ROM-Spiele: Spannende Abenteuer und bezaubernde Entdeckungsreisen
Hinweise auf fünf CD-ROM-Spiele, mit denen sich Kinder und Jugendliche auf unterhaltsame und lehrreiche Weise einen verregneten Sommernachmittag vertreiben können.
Onkel Alberts geheimnisvolles Notizbuch
Onkel Albert, ein schräger Tüftler, führt ein geheimnisvolles Notizbuch, in welchem sich Informationen über einen Schatz verstecken. Um an diese heranzukommen, müssen verschiedene Aufträge erfüllt werden: Eine Blume fotografieren, deren Samen man erst finden, pflanzen und ausreichend begiessen muss. Danach muss eine Fliege durch ein Labyrinth, genauer gesagt Spinnennetz, navigiert werden – natürlich ohne dass sie unter lautem Schmatzen aufgefressen wird. An anderer Stelle hockt ein Skorpion auf einem wichtigen Puzzelstück. Auf jeder Seite des Buches verbergen sich neue Aufgaben und Rätsel. „Onkel Alberts geheimnisvolles Notizbuch“ fasziniert durch Witz, gute Musik, abwechslungsreiche Spiele und schöne Gestaltung. Nichts ist fest, man kann in das Geschehen eingreifen und sich lange über die vielen Abenteuer in dem multi-medialen Notizbuch freuen.
„Onkel Alberts geheimnisvolles Notizbuch“, Tivola, 8-10 Jahre, 69.- SFr
Ritter Rost – Die eiserne Burg
Die Kinderbuch-Musicals vom Ritter Rost wurden vielfach ausgezeichnet. Nun gibt es die Geschichten über den ängstlichen, rostigen Ritterhelden, der „aussen hart und innen hohl ist“, auch auf CD-ROM. In der eisernen Burg spukt es. Der Ritter schlottert vor Angst, darum bietet ihm das beherzte Fräulein Bö an, ein „Anti-Geister-Spray“ zu mixen. Doch die Zutaten dafür sind in der Burg versteckt und nur durch die Lösung verschiedener Aufgaben zu finden. So lassen sich die Gegenstände für das Anti-Geister-Spray zum Beispiel im Kampf gegen den Staubsauger oder beim „Pümpelschiessen“ gewinnen. In den Räumen zwischen Keller und Dach verbergen sich aber auch allerlei Melodien und Lieder. Da muss etwa ein Rost-Rap oder die Hymne zu einem Ritterfest komponiert werden. Die drei Schwierigkeitsstufen ermöglichen es, dass das Spiel von Kleinen und Grösseren gleichermassen gespielt werden kann – Spass wird es allen bringen.
„Ritter Rost – Die eiserner Burg“, Terzio, ohne Altersangabe, 69.- SFr
Alphabet
Das grosse „G“ ist unersättlich, frisst ein kleines G nach dem anderen, wird immer grösser und fetter bis es sich mit einem genüsslichen Rülpser in eine Farbfläche auflöst. Das „E“ kann mit seinen Armen trompeten, das „J“ lässt sich über das Computer-Mikrophon wegblasen, das „Z“ ist ein Pinsel für ein Wunderbild und die vielen kleinen Wassertropfen, die das „S“ bilden, ziehen sich wie eine Welle zusammen, wenn man mit der Maus darüberfährt. Das Spiel mit dem ABC (auf deutsch oder englisch) ist eine bezaubernde Entdeckungsreise: still, verspielt, bunt. Kveta Pacovská verbindet (wie schon beim „Mitternachts-Spiel“) Farben, Töne, Formen und Figuren zu einem sich stets wandelnden, schier unendlichen Kunstwerk.
„Alphabet“, Tivola, ohne Altersangabe, 69.- SFr.
Robinson Crusoe
Vor knapp 300 Jahren erschien Daniels Defoes Roman von Robinson das erste Mal. Bis heute hat die Geschichte des Gestrandeten nicht an Faszination verloren; nach dem Buch und vielen Verfilmungen ist die CD-ROM nun ein topmoderner Weg, die Abenteuer auf der „Insel der Verzweiflung“ mitzuerleben. Ausgangspunkt ist auch bei der CD-ROM das Buch, in welchem man die nötigen Informationen, welche man zur Erledigung der Aufträge braucht, nachlesen kann. Wie war Robinson noch mal auf das Schiff gekommen? Das Buch anklicken und nachlesen: über ein Tau. Also Schiff entern und Gegenstände für ein Floss suchen. Die Holzbalken liegen irgendwo unter Deck, ein Seil, um die Bretter zusammenzubinden am Bug. Über eine Zoom- Funktion lassen sich Stellen auf dem Schiff oder auf der Insel näher heran holen. Manches findet man aber wirklich nur durch Zufall und in einigen Situationen wäre eine Stimme aus dem Off hilfreich. Warum etwa lässt sich der Kompass nicht aus der Schublade bewegen oder der Hammer erst nach unzähligen Klicks „gewinnen“? So spannend die Suche sich am Anfang gestaltet, so nervend ist es auf die Dauer, wenn sich ausser dem Knarren der Schiffstaue in den dunklen Räumen unter Deck nichts tut. Nur geduldige und unermüdliche Abenteurer, die nicht so schnell den Kopf in den Inselsand stecken, kommen in den Genuss des vollen Inselerlebnisses.
„Robinson Crusoe“, Tivola, 8-10 Jahre, 69.- SFr
Der Regenbogenfisch
Umsetzung des 1996 erschienenen, erfolgreichen Kinderbuches von Marcus Pfister. Drei Krebse haben dem Regenbogenfisch die leuchtenden Schuppen gestohlen. Seine Freunde helfen bei der Suche am Meeresboden – falls sie gerade Lust haben: Eine kitzelige Qualle hat erste Informationen, wo sich die Schuppen verbergen. Aber das Wissen allein genügt nicht. Nur wer mit anpackt, eine Höhle aufzuräumen, die der grosse Sturm verwüstet hat, kann eine der sieben Schiller-Schuppen erspielen; oder wer sich drei Melodien auf der Meeresorgel merken kann; oder hilft, eine Tinktur zu brauen und ein Netz zu zerschneiden. Die Spielführung ist sehr klar, verständlich und die Bildgestaltung farbenfroh, ruhig und abwechslungsreich. Ein erfreuliches Unterwasser-Abenteuer.
„Der Regenbogenfisch“, Tivola, ab 4 Jahren, 49.- SFr.
Livia Leykauf
Die Autorin ist freie Journalistin und Medienbeauftragte im Lassalle-Haus Bad Schönbrunn
Alle CD-ROMs können bei http://www.tradeup.ch bezogen werden.
