Cannes: Preis der Kirchenjury für Xavier Dolan
(medientipp) Am Ende der 69. Filmfestspiele in Cannes hat die Ökumenische Jury den kanadischen Shooting Star Xavier Dolan für sein Drama «Juste la fin du monde» ausgezeichnet.
Xavier Dolans wort- und bildgewaltige Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Jean-Luc Lagarce erzählt von der Heimkehr des verlorenen Sohnes Louis. Nach 12 Jahren Funkstille kehrt er zu seiner Mutter und seinen Geschwistern zurück, um sie von seinem bevorstehenden Tod in Kenntnis zu setzen. Das mit Gaspard Ulliel, Marion Cotillard und Léa Seydoux hochkarätig besetzte Familiendrama «Juste la fin du monde» überzeugte nicht nur die Ökumenische Jury, es gewann auch den prestigeträchtigen Grand Prix der internationalen Jury.
Sozialkritische Filme hoch im Kurs
Mit Lobenden Erwähnungen bedachte die Kirchenjury zwei sozialkritische Filme: Das Roadmovie «American Honey» von Andrea Arnold und das Sozialdrama «I, Daniel Blake» von Ken Loach. «American Honey» handelt von jungen Aussteigern, die durch den amerikanischen Midwest reisen, um in Supermärkten Zeitschriften-Abonnements verkaufen. Die Regisseurin zeichnet empathisch das Bild einer Jugend, die prekärer Arbeit und einem Leben am Rande des Existenzminimums trotzt und doch das Träumen nicht verlernt hat. «I, Daniel Blake» porträtiert einen todkranken Mann, der wie ein guter Samariter einer Familie im Kampf gegen Armut und Marginalisierung beisteht. Für sein politisches Sozialdrama durfte Ken Loach auch die Palme d‘Or, den Hauptpreis des Filmfestivals, entgegennehmen.
Auseinandersetzung mit der biblischen Botschaft
Die sechsköpfige Ökumenische Jury wird berufen von den kirchlichen Medienorganisationen Interfilm und Signis. Sie zeichnet an der Croisette seit 1974 Filme aus, die religiöse und soziale Fragen aufwerfen, zu einer zeitgenössischen Auseinandersetzung mit der biblischen Botschaft einladen und sich durch besondere künstlerische Qualität auszeichnen.
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