Call Me by Your Name

Mi 15.08.,
medientipp

Als der amerikanische Student Oliver bei der Familie Perlmann in der Lombardei eintrifft, beginnt für den 17jährigen Elio ein emotionales Abenteuer. Er muss zuerst einmal sein Zimmer räumen, um den Gast angemessen unterzugbringen. Elio reagiert zuerst kühl und abweisend auf die Präsenz des Eindringlings. Während des sonnendurchtränkten Sommers im Jahr 1983 entdeckt Elio jedoch, dass ihn mit dem eloquenten und attraktiven Kunsthistoriker Oliver mehr verbindet, als nur das Wohnen unter einem Dach. Fahrradausflüge, Tage im kühlenden Wasser und Abende am Familientisch der jüdischen Familie Perlmann zwingen Elio und Oliver zu der Einsicht, dass sie beide etwas viel tieferes verbindet. Aus Andeutungen und kleinen Gesten entsteht eine Beziehung, die in der Gesellschaft unerwünscht ist und worüber nicht gesprochen werden darf. Doch die Eltern von Elio reagieren viel offener auf die Situation, als auf den ersten Blick zu erwarten wäre.

Ausgehend vom Roman von André Aciman erzählt der französische Regisseur Luca Guadignano diese grosse Liebesgeschichte. Mit reichhaltigen Bildern und einer aussergewöhnlichen Einfühlungskraft zeigt der Film einen beeindruckenden Respekt für die Figuren. Dabei gibt Guadignano den Blick frei für die Widersprüche, in der sich die beiden jungen Männer befinden. Dieses bittersüsse Meisterwerk macht die Spannweite zwischen Verlangen und Verzweiflung erlebbar und bleibt lange nach dem Kinobesuch in Erinnerung.

Charles Martig, Filmjournalist kath.ch

«Call me by your name», Italien / Frankreich / Brasilien 2017, Regie: Luca Guadagnino, Besetzung: Armie Hammer, Timothée Chalamet, Michael Stuhlbarg, Amira Casar; Verleih: Präsens-Film, Filmwebseite für Presse: http://www.praesens.com/praesens-pro-presse/katalog/call-me-by-your-name/

Kinostart: 01.03.2018