Buchtipp: „Gute Geschäfte mit dem Tod“

(medientipp) Gewaltverbrechen und Katastrophen sind für Medien von hohem Nachrichtenwert, Täter und Opfer gleichermassen für die Berichterstattung interessant. Doch sind sich Medienschaffende immer der Folgen bewusst, die sie durch Reportagen vor Ort oder durch Recherchen bis in den Privatbereich von Betroffenen evozieren? Ereignisse wie das Attentat von Luxor, der Erdrutsch in Gondo oder das Bombenattentat von Oklahoma City haben nicht nur Opfer der Umstände sondern auch Opfer und Helden der Medien hinterlassen. Rolf von Siebenthal illustriert, was die Medienberichterstattung bei Betroffenen von Tragödien auslösen kann. Dabei übernimmt er primär den Fokus von Opfern und Psychiatern, zeigt aber auch die Medienschaffenden als Macher und Sklaven ihrer Handlungsroutinen, die zuweilen auch durch Krisensituationen belastet sind. Mit einem Vorwort von Roger Blum, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Bern.

Siebenthal, Rolf von (2003): Gute Geschäfte mit dem Tod. Wie die Medien mit den Opfern von Katastrophen umgehen. Opinio Verlag, Basel, ISBN 3-03999-021-7, 157 Seiten, kartoniert, CHF 35.-, EUR 23.-