Bilderstreit – Das zweifelnde Auge
(medientipp) Es wirkt auf den ersten Blick paradox, ausgerechnet im Kino nach der religionsgeschichtlichen Kontroverse des Bilderstreits zu suchen, gilt doch das Kino als Wegbereiter einer neuen visuellen Ära. Mit der Vereinnahmung des Films durch das Fernsehen sind wir jedoch mit einer Bildmaschinerie konfrontiert, die nicht nur notorisch Imagos der Zerstörung fabriziert, sondern auch die jeweils erzeugten Bilder fortlaufend durch neue ersetzt. In diesem Bildersturm kann es keine sinnstiftenden Bilder mehr geben. Nebst filmischen Werken wie „Minority Report“ von Spielberg oder „Matrix“ der Gebrüder Wachowski, die von der Auflösung der Wahrnehmung zeugen, existiert aber auch eine konträre Strategie: die Handkamera, die Originalschauplätze und die improvisierten Szenen der „Dogma“-Filme, die sich im Diskurs um die Authentizität des Bildes zu behaupten suchen.
Der Beitrag von Charles Martig ist im Medienheft erschienen unter:
http://www.medienheft.ch/kritik/bibliothek/k19_MartigCharles_2.html
