Betrogen und verraten. Die Krebspatientinnen des Bottroper Apothekers

«Dass dieser Mensch zwei Gesichter hat, macht mich sprachlos. Bis heute frage ich mich, war es wirklich reine Profitgier oder was anderes», sagt Christiane Piontek über den Bottroper Apotheker Peter Stadtmann. Sie ist eine von etwa 3’700 Patientinnen und Patienten, die gepanschte Krebsmedikamente erhielten. Sie alle hofften, durch Chemotherapie ihren Tumor besiegen zu können, und mussten schliesslich erfahren, dass sie in einen der grössten Arzneimittelskandale Deutschlands geraten waren. Zigtausende chemotherapeutische Präparate der «Alten Apotheke» in Bottrop waren unterdosiert oder enthielten keinerlei Wirkstoff. Peter Stadtmann, der Apotheker, hatte die Krankenkassen betrogen und das Vertrauen tausender Krebspatientinnen missbraucht. Wer trägt die Verantwortung, wenn ethische Standards über Jahre der Gier eines Einzelnen zum Opfer fallen?