Babel
Ein Schuss in der marokkanischen Wüste löst eine Kettenreaktion aus. Der Krieg gegen den Terror zeitigt globale Auswirkungen und schlägt sich nieder in fatalen Kommunikationsstörungen. Ein amerikanisches Ehepaar, das auf einer Reise durch Nordafrika den Verlust eines Kindes verarbeiten und die Ehe wieder ins Lot bringen will, gerät in einen lebensbedrohenden Strudel. Während die Mutter an einer Schussverletzung beinahe verblutet, geraten ihre zwei Kinder durch einen Fehlentscheid der Babysitterin in das Grenzland zu Mexiko und gehen verloren. Gleichzeitig versucht ein japanisches Mädchen in Tokyo ihre Taubstummheit zu überwinden. Angesichts der Tatsache, dass sie ihre Mutter durch einen Suizid verloren hat, bleibt dies ein erfolgloses Unterfangen.
Der Regisseur Alejandro González Iñárritu zeigt mit grosser Bildkraft und genauer Beobachtung wo die Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Kulturen und den Generationen liegen. „Babel“ schliesst an den biblischen Mythos des Turmbaus an und macht erlebbar, wie das zunehmende Stimmengewirr in eine disparate Befindlichkeit übergeht. Die Bilder der Wüstenlandschaften breiten sich aus und legen eine innere Ödnis frei, unter der die Menschen leiden. Am meisten leiden darunter die Kinder, die sich gegen das Unverständnis nicht wehren können. Die Stärke des Films liegt weniger in der politischen Analyse als in der Frage nach der Fremdheit in einer Welt voller Missverständnisse.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
„Babel“, USA 2005, Regie: Alejandro González Iñárritu, Besetzung: Brad Pitt, Cate Blanchett, Said Tarchani, Boubker Ait El Caid; Verleih: Monople Pathé Films, Neugasse 6, Postfach, 8031 Zürich, Telefon 044 277 70 80, Fax 044 277 70 89, Internet: http://www.pathefilms.ch; Filmwebsite: http://www.paramountvantage.com/babel
Kinostart: 11. Januar 2007
„Babel“ ist Film des Monats Januar. Die Kritik zum Film des Monats kann hier als pdf-Datei geladen werden:
medientipp.ch/pdf/filmtipp_200701.pdf
„Babel“ wurde in Cannes 2006 mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet.
https://www.medientipp.ch/index.php?na=4,1&meid=60206
