Arguments
Im Haus der Eheleute Ron Coleman und Karen Taylor kommen Menschen aus ganz Europa zusammen, die eins verbindet: Sie hören Stimmen, die ihre Gedanken oder alltäglichen Handlungen kommentieren. Die Gäste sprechen darüber, wie sich das auf ihr Leben und ihre gesellschaftliche Identität auswirkt, und setzen sich mit ihren eigenen Stimmen im Kopf auseinander. Der Dokumentarfilm zeigt «Wahnsinn» nicht als Bruch mit der Wirklichkeit, sondern als Bewusstsein darüber. In verschiedenen Szenen vom Familientreffen bis zu einer Konferenz mit Studenten geht es um einen inneren Lärm, der für die meisten unhörbar ist, aber universelles verborgenes Leid widerspiegelt. Stimmenhörer sind eine internationale Gemeinschaft, die vorwiegend in Vereinsstrukturen organisiert ist. Für seinen Dokumentarfilm hat Olivier Zabat mehrere Gruppen begleitet. Das Projekt untersteht zwei Prämissen: Die Stimmenhörer lehnen das Etikett «Schizophrenie» ab, und für die Filmemacher war es ethisch nicht vertretbar, sich dem Thema Wahnsinn aus einer medizinischen Perspektive zu nähern
