American Pastoral

Seymour Levov (Ewan McGregor) galt schon in der Highschool als ewiger Gewinner. Daran ändert sich auch nichts, als er die selbstbewusste, schöne Dawn Dwyer (Jennifer Connelly) ehelicht und sich mit ihr zusammen auf einer Farm samt Pferdezucht niederlässt. Mit der Geburt ihrer Tochter Meredith (Dakota Fanning) scheint das Glück perfekt, doch bald brauen sich dunkle Wolken über dem Idyll zusammen. Die politischen Unruhen der 60er-Jahre lassen Meredith gegen ihre eigene Wohlstandsfamilie rebellieren. Als sie sich einer radikalen Gruppe anschliesst und im Ort ein folgenschwerer Bombenanschlag passiert, fehlt von der jungen Frau plötzlich jede Spur. Ihre Eltern drohen an der Ungewissheit über die Geschehnisse und dem Verschwinden ihrer Tochter zu zerbrechen.

Schauspieler Ewan McGregor hat sich mit seinem Regiedebüt einiges vorgenommen, schliesslich gewann die Romanvorlage von Philip Roth 1998 den Pulitzer-Preis. McGregors Thrillerdrama beginnt spannend, denn die zunehmende Entfremdung und Aggression der Tochter ist beängstigend. Ebenso greifbar ist die Diskrepanz zwischen harmonischem Familienglück – das man sich wünscht, das es aber nicht gibt – und historischen Ereignissen. Jennifer Connelly muss man für ihre überzeugende Darstellung ein Kränzchen winden. Und auch wenn sich der Film in seiner Laufzeit verliert, wirft er interessante Fragen auf, die vermutlich leider immer aktuell sein werden.

Sarah Stutte, Filmjournalistin

«American Pastoral», USA 2016, Regie: Ewan McGregor, Besetzung: Ewan McGregor, Jennifer Connelly, Dakota Fanning; Verleih: Ascot Elite, http://www.ascot-elite.ch; Filmwebsite: http://www.americanpastoral.movie

Kinostart: 17. November 2016